Zu den HAUPTIMPFUNGEN

zählen vor allem die Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen.

Gegen Katzenseuche sollte jedes Tier geimpft sein. Der Impfschutz erweist sich unter normalen Bedingungen als nahezu 100%ig. Da das Parvovirus (das Katzenseuchevirus) in der Außenwelt sehr lange überleben kann, und weil gerade Jungtiere sehr gefährdet sind, darf auf diese Impfung in den ersten Jahren auf keinen Fall verzeichtet werden.


Mit der Immunität gegen den Katzenschnupfenkomplex (Calici- und Herpesviren) verhält es sich etwas anders, auch deshalb, weil sich die Viren immer wieder sehr schnell durch Mutation verändern. Gerade die Caliciviren können trotz Impfung immer wieder Probleme bereiten. Anzeichen einer akuten Erkrankung kann auch Hinken sein, (wahrscheinlich nistet sich ein bestimmter Virusstamm auch in Gelenken ein). Kein Calici-Impfstoff verhindert den anschließenden Virusträger-Status oder schützt gegen chronische Krankheitsbilder wie Geschwüre der Mundhöhle und des Zahlfleisches. "Je mehr man impft, desto höher ist die Rate der Virusträger" sagt Prof. Niels C. Pedersen . "Das Vorkommen von Calicivirus-Trägern ist am höchsten in stark geimpften Populationen und ist tatsächlich seit Einführung dieser Impfung gestiegen." Zum Glück bleiben die meisten Calicivirus-Träger symptomlos.

Empfohlen wird die Grundimmunisierung im Kittenalter in Form von 2 Impfungen, jeweils im Alter von 8 und 12 Wochen, bzw. wenn zu dieser Zeit noch mütterliche Antikörper vorhanden sind, im Alter von 12 und 16 Wochen. Falls akute Ansteckungsgefahr besteht, wird auch eine dreimalige Impfung empfohlen, im Alter von 6, 12 und 16 Wochen. Danach wird die erste Auffrischungsimpfung nach einem Jahr fällig, alle weiteren Impfungen in Abständen von 3 Jahren.


Zu den IMPFUNGEN,

die nur jene Katzen erhalten sollten, die tasächlich einem

REALEN INFEKTIONSRISIKO ausgesetzt sind, gehören die Tollwutimpfung und die Leukoseimpfung.

Für reine Wohnungskatzen ist die Tollwutimpfung überflüssig. Sie ist ausschließlich für Tiere notwendig, die Freigänger sind und sich in einem Tollwutgebiet befinden bzw. für Katzen, die ins Ausland mitgenommen werden. In diesen Fällen ist nach wie vor die jährliche Impfung notwendig. Auch auf Ausstellungen wird die Tollwutimpfung verlangt.

Die amerikanischen Richtlinien empfehlen auch hier eine Grundimmunisierung bei der jungen Katze, die erste Auffrischung nach einem Jahr, danach nur mehr alle drei Jahre.


Da das FeL.Virus ausschließlich durch direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen wird und weil es sehr kurzlebig ist, wird geraten, nur Katzen zu impfen, die entweder Freigänger sind, oder aus irgendeinem anderen Grund direkten Kontakt zu Katzen haben, die eventuell mit Leukose infiziert sein könnten. Geimpft sollten außerdem nur FeLV.-negative Tiere werden, das heißt, die Impflinge müssen vorher getestet werden. Zu bedenken ist, daß ein negativer Test auch bei einem klinisch gesunden Tier dann keine sichere Aussagekraft hat, wenn es bereits mit infizierten Tieren Kontakt hatte. (siehe Tests). Eine Impfung ist in diesem Fall wirkungslos.

Das Impfschema für die entsprechend gefährdeten Katzen wird nach wie vor diskutiert. Prof. Lutz von der Veterinärklinik der Uni Zürich empfiehlt für Katzen, bei denen ein Kontakt mit dem FeL.V. nicht ausgeschlossen werden kann, eine Grundimmunisierung im Alter von neun und zwölf Wochen, dann bis zum Alter von drei Jahren die jährliche Impfung, danach größere Intervalle oder auch keine weiteren Impfungen, abhängig davon, wie hoch der Infektionsdruck ist. Je älter eine Katze ist, desto weniger empfänglich ist sie für eine Leukose-Infektion. Alte Katzen sollten nicht mehr geimpft werden, weil die Gefahr, an einem Fibrosarkom zu erkranken größer ist als das Risiko, sich mit dem Leukosevirus zu infizieren. (Prof. Lutz ermittelte in einer Studie mit geimpften Tieren, die mit FeLV-Ausscheidern zusammenlebten, einen Immunschustz von über acht Jahren. Die geimpften Katzen erhielten durch den Kontakt mit den FeL.V-Infizierten ständig ihren "Booster", ihre Impfauffrischung.)


Die Impfung gegen die gefürchtete Feline Infektiöse Peritonitis ist sehr umstritten. Unabhängige Studien haben gezeigt, daß die Wirksamkeit längst nicht so gut ist, wie von den Herstellern behauptet wird, bei bereits infizierten Tieren sogar sehr gefährlich sein kann. Das Coronavirus ist sehr weitverbreitet, über 80% aller Katzen sollen es tragen, zur gefährlichen FIP-Variante mutiert es aber nur ganz selten, meist dann, wenn aus irgendeinem Grund eine Schwächung des Immunsystems vorliegt. Es gibt keine FIP-Epidemien, es betrifft immer nur einzelne Tiere.Ein Großteil der Wissenschaftler ist von der Wirkung des Impfstoffes nicht überzeugt, rät von der Impfung ab oder hält sie für zumindest überflüssig. Prof. Pedersen von der University of California hat sich dazu sehr klar geäußert: "Die FIP- Impfung bringt Geld, hat aber keinen Sinn."


IMPFSARKOM

Ein Zusammenhang zwischen Impfung und Entstehung von Fibrosarkomen bei Katzen wird nicht mehr ernsthaft bezweifelt, denn wenn man auch die genaue Ursache für die Entstehung dieser bösartigen Tumorerkrankung noch nicht wirklich kennt, so weiß man doch aus Erfahrung, daß das Fibrosarkom gehäuft an der Impfstelle einer Leukose- oder Tollwutimpfung auftritt. Nicht jedes Sarkom bei der Katze ist ein Impfsarkom, aber es besteht doch so häufig ein Zusammenhang, daß man handeln muß. Es tritt vor allem bei Katzen auf, die schon eine größere Anzahl von Impfungen erhalten haben.

Neben den größeren Intervallen zwischen den Impfungen eimpfiehlt eine Arbeitsgruppe von Spezialisten für Tumorerkrankungen, Vakzinologie etc. vor allem auch, auf Kombinationspräparate zu verzichten, die mit einer einzigen Spritze an einer einzigen Stelle gegeben werden. Je mehr Vakzinen gleichzeitig an derselben Stelle eingebracht werden, desto größer ist das Sarkomrisiko. Wichtig wäre, daß anstelle der Kombinationspräparate wieder Impfstoffe produziert würden, die jeweils nur aus einer Komponente bestehen.

Sarkome treten allerdings nicht nur an an der Einstichstelle einer Leukose- oder Tollwutimpfung auf, sondern können auch an anderen Injektionsstellen auftreten. Katzen zeigen eine relativ starke Neigung zu Zellentartungen und reagieren auf Injektionen viel empfindlicher als andere Tiere. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Katze nach einer Impfung oder Injektion bereits einen Knubbel entwickelt hat. In diesem Fall sollte man mit Injektionen vorsichtshalber sparsam umgehen und, wo es möglich ist, auf eine andere Verabreichungsform der Medikamente ausweichen.

Impfungen Forts.