„Unser“

Mauerseglerbaby

Mach’s gut!  Paß auf dich auf!

25. Juli 2010

Direkt vor unseren Augen ist der kleine Mauersegler
auf dem harten Pflaster vor dem Portal unserer Kirche

gelandet; auf dem Rücken!  Aber er hat gelebt. Die nächste Stunde hat er, fest an meine Hand geklammert, ganz ruhig, und wie es schien, auch ohne Angst, in der Kirche verbracht. Wir haben ihn für eine Schwalbe gehalten. BILDER

Erst nach einem Anruf beim Tierschutz hat sich herausgestellt, daß es sich um einen kleinen Mauersegler handelt. Gleichzeitig haben wir allerding auch erfahren, daß es sehr, sehr schwierig ist, ein Mauerseglerbaby großzuziehen. Das Glück des Kleinen war, daß wir sehr gute Tierärzte haben. Danke, liebe Anna, daß Sie mich so gut unterstützt haben, mir alles gezeigt haben, wie man den Schnabel öffnet.... Mauersegler müssen ja „zwangsgefüttert“ werden, sie sperren ihr Schnäbelchen nicht freiwillig auf.

Nachdem der „Kleine“ von Anfang an relativ groß ausgeschaut hat, haben wir ihn für älter gehalten als er war, haben gedacht, er wäre beim Flüggewerden abgestürzt. So haben wir, nachdem er eine gute Woche bei uns war und kräftig und gesund gewirkt hat, den ersten Flugversuch gemacht. Er hat aber nur ein bißchen mit den Flügeln geflattert, wie ich versucht habe, ihn loszulassen, und sich ganz schnell wieder fest an meine Hand geklammert. Heute weiß ich, er war da gerade ungefähr 4 Wochen alt. Es war viel zu früh. Wie wir ihn gefunden haben, mag er maximal 3 Wochen alt gewesen sein. BILDER

14. August abends

Das Nest ist leer! Der Kleine muß  hinausgeflattert sein. (Er wohnt im ehemaligen Kittenzimmer, das gerade im „Umbau“ begriffen ist und daher katzenfrei.) Ich hab ihn dann an einem versteckten Platz gefunden. Sein Verhalten war verändert, er klammerte auch nicht mehr richtig. Ich konnte ihn nicht mehr mit mir herumtragen und bei einem Ausflug ins katzenfrei gemachte Wohnzimmer flog er erstmals los. BILDER BILDER Natürlich hab ich gewußt, daß es nicht mehr lange dauern kann bis er flügge ist. Schon einige Tage waren an den langen Flügelfedern kaum mehr die Kiele sichtbar, ein deutliches Zeichen. Aber ich hätte mir das  „Erwachsenwerden“ nicht so plötzlich vorgestellt.

Von diesem Augenblick an gab es für ihn nur mehr Flucht und Davonflattern, wenn ich den Raum betreten habe. Das Nest hat er, wenn ich ihn nach dem Füttern hineingesetzt habe, immer sofort  wieder verlassen. Er wollte sich auch nicht mehr gerne füttern lassen, hat ständig versucht, das Futter mit dem Züngleiin wieder hinauszuschleudern; auch ein Zeichen, daß er er „erwachsen“ geworden war.

Es hat nur leider nur schlechtes Wetter gegeben, nichts als Wind und immer wieder Regen, schlechte Voraussetzungen  für einen guten Start. So hat er noch durchhalten müssen.

18. August.

Das Wetter sieht relativ gut aus. Ungefähr eine Stunde nach einem kräftigen Frühstück haben wir uns - mit sehr gemischten Gefühlen - mit dem Kleinen auf den Weg  zur  Kirche hinunter gemacht, dorthin, wo wir ihn gefunden hatten.

Ich hab die Hand ausgestreckt, er hat kurz zurückgeschaut und ist losgeflogen; erst ein Stück im Tiefflug, dann  höher und weiter. Bald schwebten zwei weitere Segler mit ihm in der Luft. Ob es seine Geschwister waren? Gemeinsam flogen sie dann weiter............;

Glück und Traurigkeit zugleich. Aber vielleicht kommt er ja im Frühling wieder und  baut auf unserem Kirchturm sein Nest. Ich werde immer hinaufschauen..........


Innerhalb  einer Stunde, so hat es ausgesehen, war er vom Klammeräffchen zum Wildvogel geworden. Ganz anders als andere Vögel kehrt ein einmal ausgeflogener Mauersegler nie mehr ins Nest zurück. Mauersegler sind etwas ganz Besonderes.