Impfungen spez. impfungen

Impfungen spielen eine wichtige Rolle in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Es gibt jedoch keine Impfung, die einen 100%igen Schutz bieten würde. Wenn der Infektionsdruck groß genug ist, das Tier z.B. mit einem Virus-Dauerausscheider relativ eng zusammenlebt, kann sich auch eine geimpfte Katze infizieren, erkranken und sogar sterben. Eine Impfung bewirkt auch nicht in allen Tieren einen gleich hohen Schutz.

Faktoren, die den Impfschutz in einem Tier negativ beeinflussen können, sind: mütterliche Antikörper, angeborene oder erworbene Immunschwächen, bestehende Krankheiten, unzureichende Ernährung, Parasiten, abwehrschwächende Medikation, auch ein durch zu viele und/oder zu häufige Impfungen überfordertes Immunsystem (das dann allerdings auch gegen andere - vielleicht in einem anderen Fall völlig harmlose - Infektionen nicht voll wirksam werden kann) und Streß.

"Die Hauptziele der Impfung sind möglichst viele Individuen einer Population, in der ein Risiko besteht, zu impfen, jedoch jedes Tier nur so oft zu impfen wie nötig und nur gegen Erreger, für die ein Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko vorliegt...(Vaccination Report 1998 - 2000)"

Katzen müßten jedes Jahr geimpft werden, das sagen die Hersteller der Impfstoffe, behaupten bei uns noch viele Tierärzte und so steht es auch in vielen Katzenbüchern und und.... Bis vor wenigen Jahren war man der Meinung, Impfungen schadeten nie, auch wenn sie vielleicht nicht immer nützten. Heute weiß man es besser. In Amerika gilt diese Impfpraxis an den meisten Universitätskliniken schon als überholt. In unseren Breiten wird zwar auf wissenschaftlicher Ebene auch schon diskutiert, ein allgemeines Umdenken hat sich aber noch nicht durchgesetzt.

Auslöser der Diskussion über ein neues Impfschema war die Tatsache, daß immer mehr gefährliche Impffolgen beobachtet werden: Schockzustände, das meist tödliche Impfsarkom der Katze, systemische Erkrankungen, Immunerkrankungen.... Angesichts der wachsenden Zahl so gravierender Nebenwirkungen war der Standpunkt, daß das häufige Impfen, wenn es schon vielleicht nicht nützt oder nicht notwendig ist, doch nichts schade, nicht mehr zu vertreten.

Die Forscher stellten sich die Frage, warum Menschen nur in Abständen von mehreren Jahren, bei manchen Krankheiten nur einmal im Leben geimpft werden, Katzen aber jährlich. Primaten und Kleinsäuger haben doch ein ganz ähnliches Immunsystem. Eine vernünftige Erklärung dafür gibt es nicht. Auf den Beipackzetteln der Impfstoffe steht "Jährliche Wiederholung der Impfung wird EMPFOHLEN" . Prof. Ronald D. Schultz von der Universität von Wisconsin sagt dazu: "Die Empfehlung zur jährlichen Auffrischung war nicht durch wissenschaftlich fundierte Studien belegt, und man wird in der Lieteratur auch keine Veröffentlichungen finden, die die Notwendigkeit der jährlichen Impfung für viele der gebräuchlichen Produkte nachweisen."

Neuere Studien in den USA, in denen die Dauer des Immunschutzes gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen über einen Zeitraum von 7 1/2 Jahren untersucht wurde, zeigten, daß Katzen, die mit 8 und 12 Wochen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen grundimmunisiert und danach nie wieder geimpft wurden, noch nach 7 1/2 Jahren einen guten Immunschutz aufwiesen, als sie dem Erreger ausgesetzt wurden. Der Schutz gegen Katzenseuche erwies sich als praktisch hundertprozentig, der Schutz gegen die Schnupfenviren betrug 52 bzw. 63%.

Das neue offizielle Impfschema in den USA unterscheidet zwischen HAUPTIMPFUNGEN und IMPFUNGEN, die nur jene Katzen erhalten sollten, die tatssächlich einem REALEN INFEKTIONSRISIKO AUSGESETZT sind.


Während in den USA bereits über lebenslangen Immunschutz durch eine einmalige Impfung nachgedacht wird, wird bei uns noch immer die jährliche Impfung propagiert. Zweifellos schwingen auch wirtschaftliche Motive mit, sowohl bei den Impfstoffherstellern als auch bei den Tierärzten. Oft sind es aber auch die Katzenbesitzer, die auf der vollen Impfpalette bestehen. Sie wollen für ihr Tier das Bestmögliche tun und denken: viel hilft viel.

Es wird aber auch berechtigt darauf hingewiesen, daß die Tiere ohne jährliche Impftermine nicht mehr regelmäßig untersucht würden. Viele Krankheiten werden tatsächlich bei dieser Gelegenheit erkannt und können dann behandelt werden. Experten schlagen daher vor, die Patientenbesitzer von der jährlichen Impfung weg zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung umzuerziehen.

Eine Untersuchung auf Antikörper, um festzustellen, ob und wie weit bereits eine Immunität vorhanden ist, könnte natürlich auch hilfreich sein, um ein "Überimpfen" zu vermeiden. Das ist derzeit ist in den Tierarztpraxen aber gar nicht möglich.

Wünschenswert und auch möglich wäre aber, für jede Katze ein individuelles Impfprogramm aufzustellen. Dazu braucht man nur einen Tierarzt, der in diesem Punkt auf dem letzten wissenschaftlichen Stand ist und bei dem das Wohl der Tiere an erster Stelle steht.



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