Wir, mein Mann und ich, leben in der Steiermark, "Am Berg", zwischen Wald und Wiese in einem großen Haus, das wir mit einer größeren Anzahl Katzen, vor allem Kastraten, teilen. Im Laufe der Jahre sind es immer mehr geworden. ... 


Tiere, nicht zuletzt Katzen, hat es in unserer Familie schon immer gegeben. Nach unserer Familiengründung mußte natürlich auch sofort eine Katze her, ein kleiner Tigerkater, Schnurrli. Für unsere "Große" war er ein sehr braves "Baby", ließ sich ankleiden, spazierenfahren........ Es war die Zeit, als unsere zweite Tochter geboren wurde.


Dazu kamen dann - wir hatten inzwischen drei Töchter - Kaninchen, Schafe, Meerschweinchen, Vögel und unsere ersten Rassekatzen, 2 Siamkatzen  (aus der Tierhandlung ohne Stammbaum, eine mit weißer Pfote...!!!) und als "Schwarzzüchter" auch ein paar Würfe… - Das war vor mehr als einem Viertel Jahrhundert.

 

Mit den Siamesen hat unser Interesse an Rassekatzen begonnen, und wie bei allem, was uns interessiert oder was wir beginnen, haben wir uns natürlich sehr bald auf die Suche nach entsprechender Literatur gemacht. Es gab damals noch sehr wenig Literatur und natürlich auch kein Internet. Unser erstes Katzenbuch war "KATZEN Rassen - Erziehung - Pflege" von Bärbel Gerber, ein Buch, in das ich heute noch gern hineinschaue.

 

Nachdem unser Interesse an Rassekatzen nun einmal geweckt war, wurden wir auf  die Ankündigung einer Katzenausstellung aufmerksam. Es war eine ÖVEK-Ausstellung. Mit allem Wissen, das wir inzwischen gesammelt hatten, wollten wir jetzt natürlich "richtig" züchten. Die einzige Siamkatzenzüchterin, die wir dort getroffen haben, war allerdings nicht sehr überzeugend und äußerst unfreundlich. So überlegten wir weiter. Schließlich lasen wir in der "Kleinen Zeitung", daß in Graz Maine Coons abzugeben wären. Nichts wie hin! - Es gab damals ja nur eine Handvoll Maine Coon- Züchter in Osterreich.


Der Preis hat uns erst einmal umgeworfen, aber wir mußten Bambina von Racoon haben. Die Züchterin war sehr nett und hat uns viele gute Ratschläge gegeben. Damit hatten wir unsere erste Zuchtkätzin, "Dschinny", wie wir sie nannten. Mit ihr hat alles begonnen. 


Unsere Siamesen wurden kastriert und nach und nach zogen drei weitere Coonies bei uns ein. Wir sammelten Stammbäume - es gab damals ja noch keine Database - und alles, was man an Infomaterial bekommen konnte. Wir wurden im ÖVEK Mitglied der FIFE, lernten interessante Züchter und ihre Tiere kennen, und wie unsere Dschinny auf ihrer ersten Show ein CAC bekommen hat, fühlten wir uns als hätten wir eine Weltmeisterschaft gewonnen:-)) Noch stolzer waren wir, als ein Kater aus unserer Zucht Mr. Austria und bei der ersten FIFE-Weltsiegerausstellung für Best in Show nominiert war. Knalli und Morzi, die beiden Großen, haben dort ihr CACIB bekommen. Das war in unserer Anfängerzeit. Später waren uns Ausstellungen weniger wichtig. Mich hat immer weit mehr all das interessiert, was mit Züchten zusammenhängt.


Natürlich nahmen sie alle auch am Musikleben der Familie teil - unsere Kinder begannen schon sehr früh ein Musikstudium. Die einzelnen Tiere zeigten hier ganz verschiedene Vorlieben, sowohl was das Instrument, als auch was den Komponisten betraf.

Einig waren sich alle darin, daß sie moderne Musik ablehnten. Die Aversion gegen die Moderne begann bereits bei Bartok. Mozarts Violinkonzerte dagegen fanden besonderen Anklang. Unsere alte Siamesin gab sich mit passivem Zuhören nicht zufrieden, sie spielte auch selbst Klavier, natürlich nur eigene Kompositionen. Die klangen dann allerdings sehr modern...


Zwischen damals und jetzt sind viele Jahre vergangen. Ein TICA-Club wurde in Österreich gegründet. (Unser "Glöckerl" stand als Nr 1 im ersten österr. TICA-Ausstellungskatalog:-))). Ja, und 1999 sind wir Mitglied des BDCC geworden. Ich blicke auf eine schöne Zeit im BDCC zurück; unter Freunden mit ähnlichen Interessen, wo es auch wirklich Freude gemacht hat, aktiv mitzuarbeiten, längere Zeit auch als Vorstandsmitglied. Seit der Gründung von AAC bin ich auch dort Mitglied, ein Club, der sich die Züchterausbildung als Schwerpunkt gesetzt hat.


Vieles ändert sich im Laufe der Zeit..... Unsere drei Töchter sind längst erwachsen, haben Familie und Berufe, die sie von daheim fortgeführt haben. Stand früher doch eher die Musik im Zentrum unser Interessen, so haben in der Zwischenzeit unsere samtpfotigen Kobolde immer mehr über alles die Vorherrschaft errungen. Über sie bin ich auch zur Homöopathie gekommen, ein weiteres Interessensgebiet von mir.


Wir stellen inzwischen nicht mehr aus und sind auch dabei das Züchten sehr einzuschränken. Die Zahl der Katzen soll ja nicht mehr größer werden.....Aber Katzen werden uns wohl bis ans Ende unseres Lebens begleiten, jedenfalls so lange wir imstande sind für sie da zu sein.

 

Was ich im Laufe der Jahre an Erkenntnissen gewonnen habe? Daß man nie aufhören darf dazuzulernen, daß es immer wieder Neues gibt, mit dem man sich auseinandersetzen muß, und daß es ein sehr großes Geschenk ist, wenn man innerhalb der Züchterszene ein paar WIRKLICH GUTE Freunde gefunden hat, auf die man sich verlassen kann.