Allgemeines

Da in der Homöopathie nie die Krankheit als solche, sondern immer das ganze Individuum behandelt wird, gibt es auch kein eigentliches "Indikationenverzeichnis". Was hier zusammengetragen wurde, ist eine Sammlung, entstanden aus Erfahrung und Literaturstudium, als erste Hilfe in akuten Notfällen und soll selbstverständlich nicht den Tierarztbesuch ersetzen.

Alle hier angegebenen Mittel sind in erster Linie als 1. Hilfe gedacht. Wie aus dem Zusammenhang zu ersehen ist, bieten sie aber auch die Möglichkeit, verschiedene akute Beschwerden gleich zu deren Beginn zu behandeln und damit ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Gelingt das nicht, ist in jedem Fall ein wirklich guter, klassisch arbeitender Homöopath oder Tierarzt aufzusuchen!


Bei chronischen Erkrankungen oder Beschwerden, die bei ein und demselben Tier immer wieder auftreten, ist von jeder Selbstbehandlung abzuraten. Die Behandlung chronischer Krankheiten erfordert ein qualifiziertes homöopathisches Wissen und ein ganz genaues Studium des Tieres, seiner Reaktionsweisen und der Entwicklung der Erkrankung, oft durch Generationen. Dasselbe gilt für für die Behandlung lebenswichtiger Organge oder lebensgefährlicher Erkrankungen.


Potenzen: Die Anwendung von Tiefpotenzen ist in der Regel einfacher und risikoärmer als die Anwendung von Hochpotenzen. Tiefpotenzen können, im Gegensatz zu Hochpotenzen, auch bei geringerer Ähnlichkeit zwischen der Gesamtheit der Symptome des Patienten

und dem Arzneimittel eine akute Erkrankung heilen. Sie werden daher meist nach sogenannten "bewährten Indikationen" verordnet.  

Der Nachteil der Tiefpotenzen besteht darin, dass ihre Wirkung nicht so tiefgreifend ist. Liegt dem Krankheitsfall eine tiefer gehende Ursache zugrunde, können Tiefpotenzen, wenn sie nur dem lokalen Geschehen entsprechen, unterdrückend wirken.


Bei Hochpotenzen besteht die Gefahr, daß die Wirkung so stark und tiefgreifend ist , daß bei sehr geschwächten Patienten die "Lebenskraft" überfordert wird, was im Extremfall den Exitus bedeuten kann.  


Eine mittlere Potenz, etwas eine C30, wie sie auch Hahnemann selbst durch Jahrzehnte angewendet hat, ist daher normalerweise für den Laien am risikoärmsten.


Verabreichung: Als Darreichungsform sind Globuli und Tabletten am besten geeignet, Tropfen sollten, da sie Alkohol enthalten, bei Katzen nur im äußersten Notfall verwendet werden.

Unter einer Gabe versteht man normalerweise 5 Globuli, 5 Tropfen oder 1 Tablette.


Am schonendsten ist es, wenn man einige Globuli (3 bis 5) in einem zur Hälfte mit Wasser gefüllten Einwegbecher auflöst und der Katze davon mit einer Einwegspritze (ohne Nadel) ca 2-3 ml seitlich ins Mäulchen gibt. Je nach Heftigkeit der Erkrankung kann die Einnahme für kurze Zeit mehrmals in größeren oder kleineren Abständen (alle 10 Minuten, stündlich oder 3x tgl.) wiederholt werden. Vor jeder Einnahme muß gut umgerührt werden. Dazu darf man aber keinen Metallöffel verwenden.


Sobald eine erkennbare Besserung eintritt, braucht die Mittelgabe nicht mehr wiederholt zu werden. Das Wiederholen könnte in diesem Fall sogar den Heilungsprozeß behindern. Eine Wiederholung ist erst wieder notwendig, wenn die Besserung stagniert.


Tritt nicht bereits nach kurzer Zeit, nach den ersten Gaben, zumindest eine leichte Besserung ein, ist anzunehmen, daß das falsche Mittel gewählt wurde oder eine andere Potenz nötig wäre. Das ist aber der Punkt, wo fundierteres Fachwissen notwendig wird.